Lena-Delta
2006
Am 22. Mai 2006 begann die deutsch-russische Expedition "Lena
- Delta 2006" des Alfred-Wegener-Instituts für Polar-
und Meeresforschung (AWI), Sektion Periglazialforschung in die sibirische
Arktis. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte dieser Expedition waren
mikrobiologische, bodenkundliche, hydrologische und paläogeographische
Untersuchungen der Permafrostgebiete im Lena-Delta. Daneben wurden
die Spurengasemission wie z.B. Methanemissionen der auftauenden
Permafrostböden während der gesamten Vegetationsperiode
mittels Eddy Covarianz- und Gashaubenmessungen erfasst, sowie limnologische
Untersuchungen und Temperaturmessungen in Permafrostbohrungen durchgeführt.
Die Untersuchungen, Probennahmen und Experimente fanden im Rahmen
des Helmholtz - EOS Forschungsnetzwerkes Schwerpunkt "Prozesse
der Landoberflächen - Kohlenstoffbilanzierung" statt.
Gleichzeitig mit den Überflügen des europäischen
Umweltsatelliten ENVISAT wurden Spektralmessungen der Vegetation
und der Böden durchgeführt, um durch Vegetationsmodelle
und Satellitendaten die Ergebnisse der Vor-Ort Untersuchungen auf
große Gebiete zu extrapolieren.
Ende September ist das Expeditionsteam der Kampagne Lena2006 unter
Leitung von Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten nach insgesamt neunzehn
Wochen Forschungstätigkeit im Lenadelta aus Sibirien zurückgekehrt.
Neun Wissenschaftler und Techniker der Forschungsstelle Potsdam
des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) für Polar- und Meeresforschung,
eine Wissenschaftlerin vom Deutschen Zentrum für Luft- und
Raumfahrt (DLR) sowie sechs russische Kollegen nahmen an der neunten
Expedition ins Lenadelta teil. Sie sammelten Daten zum möglichen
Klimawandel und der Freisetzung von Treibhausgasen aus Permafrostböden.
Untersuchungen zu Spurengasemissionen aus Permafrostböden
bilden einen der zentralen Forschungsschwerpunkte im Lena-Delta.
Prozessbasierte Modelle ermöglichen die Abbildung der natürlichen
Prozesse unter gegebenen Randbedingungen sowie den Blick auf Trends
von z.B. Methanemissionen vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung.
Input für solche Modelle liefern sowohl Satelliten- als auch
Feldmessdaten.
Im Rahmen der diesjährigen Expedition wurden im Juli und August
u.a. feldspektrometrische Messungen durchgeführt. Spektrale
Eigenschaften verschiedener Vegetations- und Bodeneinheiten sowie
unterschiedlicher Wasserflächen im Lena Delta bilden eine wichtige
Grundlage für die Modellierung der Spurengasflüsse. Des
Weiteren dienen die Daten der Satellitenvalidierung sowie dem Erstellen
einer Landklassifikation des Deltas.
Die Bilanzierung der Emissionen mit Hilfe von Modellen erfolgt im
Rahmen einer Helmholtz-EOS - Dissertation am Deutschen Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR).
Forschungsstation auf der Insel Samoylov
- das zu Hause für das Expeditionsteam
Copyright: S. Kirschke, DLR |
Aufziehender Sturm über einer
Sandbank im zentralen Lena-Delta
Copyright: T. Sachs, AWI |
| |
Spektralmessungen der Tundravegetation
im Lena-Delta im Juli 2006
Copyright:S. Kirschke, DLR |
|
| |
50 m Steilufer der Lena mit dem sog. Eiskomplex
Copyright: T. Sachs, AWI
|
Eiskeil in einem von der Steilküste
abbrechenden Polygon auf der Insel Samoylov
Copyright: S. Kirschke, DLR |
|